Antrag der KBV, ARO und DKD für DOMINIG III beim BMFT
Arzt-Kommunikations- und Auskunftssystem AKAS,
im Auftrag des ZI erstellt von W. Giere, 1973 (!)
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1.3.5.1 Datenerfassung

Das Problem der arzt- und sekretariatsgerechten Datenerfassung in der Praxis des niedergelassenen Arztes ist noch nicht gelöst.

Bildschirmsysteme haben sich bisher beim Arzt - abgesehen von einer ersten spielbetrieb-bestimmten Phase - im Routinebetrieb nicht bewährt, während sie bei Sekretärinnen sehr geschätzt werden.

Neuere Methoden der Datenerfassung mit extrem einfachem Handling ohne Belastung für den Arzt sind in der Entwicklung (Tastentelefon, Bar-Code-Leser, Berührungssensoren), es wird aber sicher noch eine Weile dauern, bis wirklich arztgerechte Datenendgeräte auch zur Eingabe zur Verfügung stehen. (Für die Ausgabe existieren gute Möglichkeiten)

Prinzipiell kann man sagen, daß das Datenerfassungsproblem das Kardinalproblem für die medizinische Datenverarbeitung und die Heranführung des Arztes an die EDV-Methoden darstellt. Hier ist äußerste Behutsamkeit geboten: in der auf 3-5 Jahre zu veranschlagenden Einführungsphase ist es richtiger, solche Methoden zu bevorzugen, die den herkömmlichen Arztmethoden (Papier und Bleistift, Diktat) entsprechen und ein geringes Maß an Umgewöhnung verlangen. Es ist sehr viel sinnvoller, eine geschulte Arztsekretärin zur Datenerfassung zwischen Arzt und Computer als "programmierbares Interface" einzuschalten. Dieses gilt nicht für Auskunftssysteme. Auskunftssysteme sollten vom Arzt selber bedienbar sein: Einfache Kontrollsprache und möglichst ohne Aufwand einzugebende Abfrageparameter (z. B. Bar-Code-Leser, Lichtgriffel etc.) vorausgesetzt müßte es möglich sein, den Arzt an Direktausgabemedien (z. B. Bildschirm) zu gewöhnen. Voraussetzung ist jedoch, daß die Datenerfassung zur Formulierung der Frage sich wirklich auf wenige Handgriffe beschränkt. Modellversuche in dieser Richtung sind empfehlenswert, soziologische Studien zur Abklärung des speziell ärztlichen "human factors" sind nötig.


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