1.3.5.6 Datenpräsentation
Der Flexibilität der Ausgabesysteme kommt insgesamt besondere
Bedeutung zu. Prinzipiell muß die Ausgabesystematik so geschaffen
werden, daß dem Arzt gezielt nur das zur Verfügung
gestellt wird, was er derzeit wirklich braucht. Hierbei ist mittelfristig
zu prüfen, ob nicht durch graphische Darstellungen (mehrfarbige
Kreise, bei denen Verzerrungen und Farbwechsel auf bestimmte Erkrankungen
hindeuten) dem Arzt eine raschere Information über das eigentliche
Problem zugänglich gemacht werden kann.
Unabhängig davon liegt eine besondere Schwierigkeit im
Formularwesen.
In jeder Praxis - gleichgültig ob für Allgemeinmedizin
oder Fachpraxis - werden für verschiedene Zwecke (Patientenkartei,
Rezepte, Überweisungsscheine, Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen
etc.) - Formulare verwendet. Das Ausfüllen geschieht derzeit
teils von Hand teils mit Schreibmaschine. Es werden DIN-Formate
benutzt, diese variieren jedoch von DIN-A 6 bis DIN-A 4, quer
und hoch.
Das Formularwesen stellt hinsichtlich der Technik ein ernsthaftes
Hindernis für die Einführung der Datenverarbeitung in
die ärztliche Praxis dar, andererseits wäre Erleichterung
des "Formularkrams" besonders gute Motivation zur Einführung.
Technische Schwierigkeiten
- Beibehaltung der Formulare:
Es muß ein Druckwerk geschaffen
werden, das mit einer Formularführung ausgestattet ist, die
es erlaubt, mühelos Einzelformulare verschiedener Größen
einzuführen und diese zu beschriften. Voraussetzung hierfür
ist eine saubere Belegführung mit sicherem Zeilenvorschub
beim Arzt; interne Speicherung des Formularaufbaues von seiten
der EDV.
Eine derzeitige Lösung bietet Vorteile für die sukzessive
Umstellung, den Nachteil, daß die Formularfülle nicht
reduziert und ein direkter Datenverbund nicht gefördert wird.
- Benutzung von Blankoformularen:
Vorteil: Eine Papiersorte im Drucker, die fortlaufend beschrieben
werden kann; EDV muß wie bei Lösung a) die verschiedenen
Formate kennen und ausgeben; Nachteil: Papier muß in unterschiedlicher
Größe geschnitten werden, auch der sonst vorgedruckte
Teil muß von der EDV ausgegeben werden. Langfristig bietet
diese Lösung den Vorteil, daß sie einen integrierten
Direktdatenaustausch zwischen den beteiligten Ärzten und
sonstigen Formularempfängern nicht im Wege steht.
Insgesamt muß dem Thema Formularwesen äußerste
Aufmerksamkeit gewidmet werden, Absprache mit allen einschlägigen
Institutionen ist erforderlich (z.B. Formularkommission der Kassenärztlichen
Bundesvereinigung).
Für AKAS scheint die Benutzung von Blankoformularen
- technisch praktikabler
- zukunftssicherer zu sein.
Die Nachteile:
- mehr Druckvorgänge
- mehr Schneidevorgänge
- unterschiedliches Mehrfachdrucken bei Formulardurchschreibsätzen
können durch verbesserte Technik (schnellere Druckwerke,
Formularschneidemaschinen) und Absprache mit den Empfängern
über die Zulässigkeit von Blankoformularen kompensiert
werden.