Umfangreiche Vorstudien und Erfahrungen verschiedener Gremien
sollen im Herbst 1973 in einer Arbeitstagung auf ihre Brauchbarkeit
für die Praxis des niedergelassenen Arztes unter Berücksichtigung
der verschiedenen Fachrichtungen analysiert werden. Die klinisch
bewährten Methoden können nicht ohne erhebliche Umstellung
in die Praxis übertragen werden. Insbesondere ist bei den
bisherigen Methoden das Problem der Anamnesefortschreibung nur
ungenügend berücksichtigt. Die Anamneseerfassung muß
im Zusammenhang mit der computerunterstützt problemorientiert
fortgeschriebenen Patientenkarteikarte gesehen werden. Verschiedene
Methoden der Anamneseerfassung sind modellhaft zu erproben, sinnvolle
Kombinationen aus Fragebogen-Anamnesen, die der Patient selbst
ausfüllt, und ergänzenden ärztlichen Interviews
müssen gefunden werden. In Modellpraxen, die über einen
Terminalanschluß verfügen, sollen vergleichsweise EDV-unterstützter
Bildschirmdialog und Fragebogen versucht werden. Für alle
Methoden ist es notwendig, zunächst zu versuchen, Patientenkollektive
auf dem Boden ihrer unterschiedlichen Ansprüche
an den Arzt (Motivation des Arztbesuches) zu selektieren. Es ist
wahrscheinlich, daß die Anforderung an die Anamnese nach
den Patientengruppen variiert.