Antrag der KBV, ARO und DKD für DOMINIG III beim BMFT
Arzt-Kommunikations- und Auskunftssystem AKAS,
im Auftrag des ZI erstellt von W. Giere, 1973 (!)
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1.3.6.1 Datenendgeräte (A)

Die im Projekt DV 5.314 "Einführung der Datenverarbeitung in die ärztliche Praxis", Teilprojekt Dokumentations- und Informationsverbesserung in der Praxis des niedergelassenen Arztes mittels EDV-Service (DIPAS) mit der Installation provisorischer Datenendgeräte gemachten Erfahrungen sollen bei der Verwirklichung des AKAS voll berücksichtigt werden.

Je nach Anwendungsschwerpunkt und lokaler Netzstruktur sollen in Modellinstallationen die verschiedenen Datenerfassungs- und Datenpräsentationsmöglichkeiten erprobt werden. Reine Hardwareterminals (ohne eigene Intelligenz- und Speicherungsmöglichkeiten) sollen ebenso wie programmierbare Datenendgeräte ("intelligente Terminals") mit Magnetbandkassetten oder kleinen Direktzugriffsspeichern (floppy disk) erprobt werden (DOC vgl. 1.3.4.3).

Die nach den in DIPAS geleisteten Vorarbeiten zu beteiligenden Hersteller haben sich zur Bildung einer Arbeitsgruppe bereit erklärt, die gemeinsam in einem Pflichtenheft für die unterschiedlichen Datenendgeräte-Konfigurationen niedergelegten Aufgaben und Schnittstellen zu realisieren.

Wegen des stark fluktuierenden Zulieferantenmarktes (OEM-Komponenten) tauchen bei der Verwirklichung arztgerechter Datenendgeräte erhebliche Finanzierungsprobleme auf: Die zu berteiligenden Kleinrechnerhersteller sind zur Vermietung der Anlagen unter Hinzukauf der OEM-Komponenten nicht bereit, andererseits würden Leasingverträge wegen der langdauernden Gerätebindung die Flexibilität von Weiterentwicklungen hindern. Hier müssen in Zusammenarbeit zwischen der Projektleitung, der Gesellschaft für Strahlen- und Umweltforschung (GSF), dem Bundesminister für Forschung und Technologie (BMFT) und ggf. weiteren Instanzen neue Möglichkeiten der Finanzierung gefunden werden, die ein flexibles Austauschen, Erweitern und Neukonfigurieren der Komponenten ermöglichen.

Enge Kooperation mit der Sektion Datenendgeräte der Arbeitsgruppe Medizinische Informatik der Deutschen Gesellschaft für medizinische Dokumentation und Statistik ist gewährleistet, da der Projektleiter für AKAS gleichzeitig der Vorsitzende der genannten Sektion ist. Damit ist gleichzeitig die Möglichkeit gegeben, auf dem Wege des Erfahrungsaustausches die Breitenwirkung der Modellinstallation zu sichern.

Im Hinblick auf rationelle Nutzung der vorhandenen DV-Kapazitäten ist Übertragbarkeit der entwickelten Software von einem Datenendgerät auf das andere ebenso notwendig, wie die Nutzung gleicher Programmbausteine auf verschiedenen Ebenenen des Verbundnetzes. Außerdem muß zentrale Pflege aller Systembestandteile für die fortlaufende Anpassung an sich ändernde Bedürfnisse ermöglicht werden.

Hierzu ist zu fordern, daß CROSS-ASSEMBLER für die einzelnen Gerätetypen vorhanden sind, die in der Lage sind, in einheitlicher Programmiersprache zentral programmierte Programme in die peripher benötigten, der jeweiligen Hardware angepaßten Programme umzusetzen.

Mittelfristig muß erstrebt werden, die peripheren Systembausteine der Datenendgeräte von der Zentrale aus über Datenfernverarbeitung zu pflegen ohne daß ein Eingriff in der angeschlossenen Arztpraxis selbst erforderlich wird.

Ebenso notwendig ist es, zentrale Fehlerdiagnostik für die peripheren Datenendgeräte zu entwickeln, so daß bei auftretenden Störungen eine rasche und zuverlässige Hilfe des Wartungsdienstes auf dem Boden eines sorgfältigen Statusberichtes ermöglicht wird.

Hierzu ist erhebliche Entwicklungsarbeit in Kooperation mit der liefernden Industrie notwendig. Die Bedürfnisse sind formuliert, sie werden derzeit in Zusammenarbeit mit der Industrie in eindeutige DV-Pflichtenhefte für die peripher zu verwendenden Geräte umgesetzt.

Die vorhandenen Vorstellungen werden in Modellversuchen im Wissenschaftlichen Institut der KV Hessen und - gefördert durch den BMFT - in der DKD (DIPAS) erprobt. Im Rahmen des DOMINIG könnten sie ins AKAS übernommen und allgemeinverbindlich eingeführt werden.

Bei der Konfiguration der Datenendgeräte für den niedergelassenen Arzt muß der Aufgabenteilung innerhalb einer Praxis in Zukunft erhöhte Aufmerksamkeit geschenkt werden: Während der ersten Phase genügt es zweifellos, die Sekretärin mit einem praxisgerechten Datenendgerät auszustatten. Sobald jedoch die im AKAS vorgesehenen erweiterten Auskunftsfunktionen einerseits, andererseits eine komplette Krankengeschichtsdokumentation realisiert sind, braucht der Arzt ein eigenes Datenendgerät an seinem Arbeitsplatz. Zusätzlich steht zu erwarten, daß via Datenverarbeitung auch der Patient selbst in den Informationsprozeß einbezogen wird: Computerunterstützte Anamneseerfassung direkt vom Patienten, Patientenberatung und -schulung durch standardisierte Programme. Insbesondere hinsichtlich der letztgenannten Funktion müssen Überlegungen zur Kopplung der Datenverarbeitung mit den bekannten audiovisuellen Methoden angestellt werden. Dem kommt eine technologische Neuentwicklung entgegen, die es erlaubt handelsübliche Fernsehelektronik an Datenverarbeitungsanlagen anzuschließen (vgl. Abb. 6, 5K).


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