| Antrag der KBV, ARO und DKD für DOMINIG III beim BMFT Arzt-Kommunikations- und Auskunftssystem AKAS, im Auftrag des ZI erstellt von W. Giere, 1973 (!) |
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Zur Aufbereitung der im Regelfall im Klartext gewonnenen Daten ist umfangreiche Textanalyse notwendig. Kooperation mit allen Institutionen, die sich mit der Klartextanalyse befassen, ist unumgänglich. Die intensiven Arbeiten im Rahmen des DIPAS mit der Klartextanalyse und automatischen Deskription (System IATROS) der Diagnosen von 20.000 Patienten können fortgeführt werden. Besonders wertvoll in diesem Zusammenhang sind auch die von der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen und Prof. Leiber geleisteten Vorarbeiten.
Die Übernehmbarkeit der von Pratt angegebenen, von Wingert im Hinblick auf die Übertragbarkeit auf deutsche Verhältnisse studierten "encoding" Methoden muß überprüft werden.
Endvorstellung ist es, gewichtete Code- Ketten (etwa SNOMED) zu gewinnen. Letztlich sollte der Unterschied zwischen Befund- und Diagnose- Dokumentation, zumindest systemintern, entfallen. Mit zum Problem der Diagnosedokumentation gehört die Ermittlung von Inzidenzen und praxisspezifischen Häufigkeitsprofilen. In Modellversuchen muß überprüft werden, wie weit die Diagnosedokumentation der niedergelassenen Ärzte einen Rückschluß auf die Morbidität der Bevölkerung zuläßt. Dies ist eher zu erwarten, als beim Krankenhaus, da 90% der Behandlungsfälle in der Bundesrepublik Deutschland von niedergelassenen Ärzten abwickelt werden. Auf der anderen Seite sind in diesem Bereich zweifellos erhebliche Schwierigkeiten zu erwarten, weil die praxisorientierte Denkweise des niedergelassenen Arztes weniger auf die diagnostische Fein-Kategorialisierung als auf die Therapie ausgerichtet ist: Die Denkkategorien, insbesondere des niedergelassenen Arztes, sind eher dynamisch, prozeßorientiert, als statisch-normal. Hierfür müssen adäquate Methoden der Dokumentation und Auswertung gefunden werden. Zusammenarbeit mit einschlägig erfahrenen, wissenschaftlichen Instituten ist unerläßlich.
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