Antrag der KBV, ARO und DKD für DOMINIG III beim BMFT
Arzt-Kommunikations- und Auskunftssystem AKAS,
im Auftrag des ZI erstellt von W. Giere, 1973 (!)
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1. 1. 2 Kurzgefaßte Übersicht

Der qualifizierte Einsatz moderner E D V - unterstützter Kommunikationsmethoden wird dazu beitragen, daß der niedergelassene Arzt in patientennaher Praxis verbleiben und dennoch besser als bisher
- mit seinen Kollegen Informationen austauschen,
- am Fortschritt des medizinischen Wissens teilnehmen
- organisatorische Hilfe in Anspruch nehmen
kann.
Die globale Vorstellung, wie die Datenverarbeitung im AKAS genutzt werden kann und welche Probleme dabei zu lösen sind, ist in Abb. 2, 14K dargestellt: Prinzipiell dient AKAS als Bindeglied zwischen ärztlichen Gemeinschaft und individueller Praxis durch selektive Informationsaufbereitung. Zur Erreichung dieses Ziels sind folgenden Probleme zu lösen:
  1. Datenerfassung
  2. Vorverarbeitung und strukturierte Speicherung reproduzierbarer Begriffsinhalte (! )
  3. Methodenbank für adäquate statistische Verfahren zur Gewinnung abgeleiteter Informationen.
  4. Aufbau einer Faktenbank, die dem Arzt gezielte Auskünfte aus allgemein formulierten Wissen erlaubt (z.B. Therapieauskunftssystem)
  5. Ermittlung praxisgerechter Aufbereitungs - und Selektionsmethoden
  6. Datenpräsentation in arztgerechter, der jeweiligen Fragestellung angepaßter Form.
Neben den geschilderten methodischen Problemen gibt es technologische Aufgaben.
A) Erprobung geeigneter Datenendgeräte für den niedergelassenen Arzt;
B) Aufbau wirtschaftlicher Datenübertragungsnetze;
C) Arbeitsteilige System - Software in Rechnerverbundsystemen, die ungestörte Implementation sich weiterentwickelnder, anwenderspezifischer Problemlösungen ermöglichen;
D) Datenbanksystem, untergebracht das logisch eine Einheit, physikalisch jedoch auf verschiedenen Rechnern ist

Für alle genannten Teilprobleme existieren - nicht zuletzt dank der Datenverarbeitungsförderungsprogramme der Bundesregierung - partielle Lösungen. Durch die Förderung des Projektes "Einführung der Datenverarbeitung in die ärztliche Praxis " sind die Schwierigkeiten einer Gesamtkonzeption abzusehen, so daß nach Abschluß dieser als pilot study und Definitionsphase verstandenen Förderung die Verwirklichung des Gesamtkonzeptes möglich ist. Zur Erreichung des Ziels ist einerseits Untergliederung des komplexen Vorhaben in Teilaufgaben, anderseits Zusammenfassung aller Kräfte, Nutzung einschlägiger Erfahrungen im In - und Ausland und Kooperation mit den ärztlichen Organisationen unerläßlich. Die Einführung des AKAS in die ärztliche Praxis läßt sich nicht in einem Arbeitsschritt (linear) erreichen, entspricht vielmehr einem zielgerichteten Rückkopplungsprozeß (interaktiv). Zur Definition von Teilzielen ist die Einbeziehung des Erfahrungszuwachses beim Anwender auf Grund von Modellinstallationen / pilot studies) nötig (Abb. 3, 9K) .
Modellinstallationen müssen sich an die heute vorhandenen Strukturen der ambulanten, ärztlichen Versorgung anlehnen und daher insbesondere folgende Praxistypen berücksichtigen:
1.Einzelpraxis
2. Regional zusammenarbeitende Ärzte verschiedener Fachrichtungen.
3.Die Gruppenpraxis in einem Ärztehaus
4.Die dezentrale Gruppenpraxis (Apparategemeinschaft)
5.Den organisatorischen (KV -) Bezirk
Volle inhaltliche und E D V - technologische Übertragbarkeit , Maschinen- und Herstellerunabhängigkeit müssen bei der Durchführung des Projektes gewährleistet sein. Daher gelten für die Arbeit die " Dokumentations - und Verfahrensrichtlinien für medizinische D V - Projekte " . Der Versuch, Standardsoftware eines Rechnersystems auf andere zu übertragen und daraus für die DVmed zu lernen, ist Teil des Projektes.


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